Es gibt auch noch die Anderen
Es gibt sie: “die Anderen”, die “Nicht-Onliner”, die nicht “Social-Media-Experten”, die “Nicht-Online-Junkies”. Gerade erzähle ich einer Freundin am Telefon von dem Social Bookmarking-Dienst Diigo, mit dem sich Bookmarks verwalten und sharen lassen, den ich browser- und computerunabhängig und als App auf dem iPhone nutzen kann. Ich merke jedoch schnell, dass weder das Social Bookmarking noch die Apps fürs iPhone ihr so richtig geläufig sind bzw. sie gerade interessieren.
Und ich halte kurz inne.
Man selbst bewegt sich in einem selbst geschaffenen “Dunstkreis”, twittert, bloggt und beschäftigt sich beruflich mit den Social Media. Häufig sind die Gesprächspartner in einer ähnlichen Situation. Schnell sind Themen gefunden, man tauscht sich über die neuesten Applikations und Tools aus und darüber, wie man die Kunden am besten auf dem Weg ins Social Web begleitet. Die Blogosphäre durchforstet man tagtäglichen nach Neuigkeiten, findet die Säue und treibt sie weiter durch’s Dorf. Startet den Tag mit einem #morgähn und beendet ihn mit einem #twoff.
Dass man sich auf Twitter duzt und sich mit quasi fremden Menschen zu einem blinddateartigen Treffen namens Tweetup verabredet, kann nicht jeder nachvollziehen. Manchmal schüttelt einige “Andere” den Kopf, wenn ich auf die Frage “Woher kennst Du denn den X” wieder antworten muss “von der Veranstaltung Y” oder “über Twitter”.
Was man dabei schnell vergisst, ist die Tatsache, dass “die Anderen” weder eine besonders kleine Gruppe, noch besonders weit von uns entfernt sind. Die Generation meiner Großeltern gehört beispielsweise dazu, aber es sind auch, und das finde ich ganz entscheidend, die Leute, mit denen ich zusammen Medienwirtschaft studiert habe, die in der gleichen Branche arbeiten, aber eben nicht den Schwerpunkt auf “Online” gelegt haben, sei es beruflich oder privat. In ihren Ohren sind Foursquare, QR-Codes und Dropbox nur Begriffe. Ein Onliner könnte zu jedem Begriff minutenlange Vorträge halten.
Das ist jetzt alles bewusst etwas überspitzt dargestellt und doch: Man sollte ab und zu einmal über den Rand der “Online-Brille” schauen, denn da gibt es auch noch “die Anderen”.



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