Google+: Noch ist der Funke nicht übergesprungen

Google+ Christine Heller

Google+ ist in aller Munde. Egal in welches dieser sozialen Netzwerke man hineinhört, überall das gleiche Thema. Es wird gehypt und mancher fühlt sich schon zum Experten berufen.

Es kam, was kommen musste: In meinem Newsfeed auf Xing entdeckte ich einen dieser selbsternannten „Social Media Experten“, der doch tatsächlich bei „Ich biete“ Google+ eingetragen hatte – da sag ich nur herzlichen Glückwunsch… Meinen Unmut äußerte ich auch via Twitter:

In einer sehr unterhaltsamen Diskussion mit u.a. @larsbas @dingler_g4 @anja_beckmann und @nico_kirch kamen wir dann zu dem Ergebnis, dass es sicher sinnvoll sein dürfte, auch Morsezeichen anzubieten…

Nein, jetzt mal im Ernst. Dieser „Experte“ hat sich mit dieser Aktion bei mir ins Seitenaus katapultiert – ist ihm doch ganz offensichtlich die Xing-Nutzung noch nicht vollkommen schlüssig. Das aber nur als kleine Anekdote am Rande.

Seit dem 30. Juni bin ich nun bei Google+. Ich bin neuen Netzwerken und Produkten selten abgeneigt, probiere gerne und viel aus – daher auch mein Gang zu Google+.  Allerdings stelle ich mir immer nach einiger Zeit die Frage, inwieweit ich die Plattform weiter nutzen werde/will. Diaspora hat diese Abwägung nicht überstanden – meinen Account habe ich wieder gelöscht.

Die asynchrone Kommunikation, die Circles, die schlichte Anmutung, die Hangouts und Chats, die hervorragende Programmierung, die Verknüpfung mit E-Mail und weiteren Google-Produkten sind sicher die Vorteile von Google+. Doch in letzter Konsequenz, muss mich ein Produkt in seinen Bann ziehen – so ging es mir bei Twitter, Rockmelt, Instagram, Diigo, aber nicht bei Google+. Ich kann mich daher Thomas Knüwer nur anschließen:

„Seit einer Woche frage ich mich, ob ich zum Sonderling mutiere. Denn seit dieser Zeit versuche ich die an Rosenmontage im Rheinland erinnernde Begeisterung vieler Menschen aus meinem Umfeld für Google+ zu verstehen.“

Der Funke ist nicht übergesprungen – noch nicht. Ich möchte keinesfalls ausschließen, Google+ steht ja noch ganz am Anfang, dass es sich zu etwas Großem entwickeln kann, wie es der popkulturjunkie beschreibt. Etwas verhaltener formuliert das Robert Basic oder Kerstin Hoffmann.

Ich persönlich verbringe immer noch die meiste Zeit des Tages auf Twitter, Xing und Facebook, verspüre gerade keinen Grund, das zu ändern, aber lasse mich gerne eines Besseren belehren.

 

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  • JD

    Deine Einstellung kann ich teilweise schon nachvollziehen – andererseits denke ich aber auch, dass die Begeisterung für ein Netzwerk mit den Personen und Informationen steht und fällt, die sich „um einen herum“ bewegen. Facebook finde ich allmählich etwas zugemüllt – abgesehen davon, dass man zeitweise bestimmte Infos sieht und andere eben nicht – oder nur nachdem man sich etwas durchwühlt. Twitter ist bislang mein Liebling – Vorteil und Manko zugleich: die Schnelllebigkeit. Neue und hochwertige Informationen zu erhalten,  die nicht bereits nach wenigen  Sekunden „überstreamt“ sind, das wünsche ich mir persönlich von Google+. 

    Mal schauen.. VGJasmina