Außen hui, innen pfui
In den letzten Monaten ist es mir immer wieder aufgefallen: Agenturen, Unternehmen und große Konzerne steigern ihre Präsenzen in den sozialen Netzwerken. Service-Angebot auf Twitter, neue Facebook-Kampagne, Webseiten-Relaunch mit Social Media Newsroom, usw. Von außen blitzt und blink es. Ein professioneller Auftritt in den Social Media ist wichtig – das steht außer Frage.
Ich bin jedoch der Meinung: Was man nach außen verkörpert, sollte man auch im Inneren leben. Will heißen: Neben dem Einsatz von Social Media im Bereich Marketing, PR, Vertrieb, Recruiting etc. sollte die interne Unternehmenskommunikation nicht vergessen werden.
Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Mitarbeiterblogs, Wikis, Microblogging, Podcasts, Videoplattformen, um nur einige zu nennen. Wichtig ist, dass die Implementierung dieser Kanäle mit einem Kulturwandel im Unternehmen einhergehen muss. Buttom-up und nicht mehr Top-down ist das Stichwort. Wissenshierarchien werden aufgeweicht, Wissen leichter zugänglich und abrufbar gemacht, Projektarbeit vereinfacht, die Kommunikation unter den Mitarbeitern verbessert und beschleunigt, regionale Grenzen überwunden und der Informationsfluss gefördert.
Wer mit dieser Art des Kulturwandels nicht umgehen kann, sollte es ehrlich gesagt direkt sein lassen – innen wie außen. Das vernetzen, “sharen” und “liken” ist doch genau das Potenzial der sozialen Medien.
Agenturen, deren täglich Brot es ist, Unternehmen auf ihrem Weg ins und im Social Web zu beraten, aber selbst den Kulturwandel nicht vollzogen haben, kann ich nicht ernst nehmen. Unternehmen, die nach außen einen blitzenden und blinkenden Social Media-Auftritt präsentieren, aber deren Hauspost noch 3 Tage dauert und im Inneren noch so gar nicht “social” sind, die haben das wirkliche Potenzial der sozialen Medien noch immer nicht begriffen.


