Netzidentität vor der Geburt – Schwangerschaftsstatus auf Facebook

Quelle: CC-BY Markus mueritz | flickr.com

Ich oute mich in diesem Moment vielleicht als Spießer, aber als ich heute morgen die Meldung auf mashable.com gelesen habe, dass es nun möglich ist, die eigene Schwangerschaft auf Facebook bekanntzugeben (ähnlich wie man Familienmitglieder hinzufügen kann), konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Auch wenn ich noch keine Kinder habe, empfinde ich diese Funktion auf Facebook als vollkommen überflüssig.

(Bildquelle: CC-BY Markus mueritz | flickr.com)

Ist man selbst in sozialen Netzwerken aktiv und online sehr präsent, so sollte man, wie ich finde, seine Kinder von dieser Öffentlichkeit fernhalten. Bilder seiner Kinder im Netz zu veröffentlichen – am besten noch mit Namen -, über sie zu bloggen oder im eigenen Facebook-Profil einzubinden, macht sie öffentlich, bevor sie selbst entscheiden können, ob sie Teil dieser Öffentlichkeit sein wollen.

Auch wenn ich im Netz viele persönliche Dinge preisgebe, so versuche ich die Privatsphäre derer, meiner Verwandten und Freunde, zu schützen, die nicht online bzw. nicht in der Intensität online  sind wie ich es bin.

“Das wäre dann die neue Definition von “digital native” … bin auch nicht begeistert!”, schreibt @mar_krue heute morgen auf Twitter. Ich stimme ihr vollkommen zu.

Zudem bezweifel ich, dass die Funktion Facebook im Wettbewerb mit Google+ weiter nach vorne bringt …

 

Update: Carsten Knobloch alias @caschy hat sich auch geärgert: “Schwanger? Kann man bei Facebook schon angeben”

  • http://twitter.com/martina_kkundk Martina Thelen

    Hallo Christine, ich sehe es grundsätzlich so wie du: von meinen Kindern stelle ich keine Fotos ins Netz (beim „Kindermund“ kann ich mich allerdings oft nicht zurückhalten ;-) ) Ich bin auch in keinem Schwangerschaftsforum angemeldet – aber wenn du dich dort mal umschaust (Beispiel: Urbia), wirst du staunen, wie wichtig es für viele Frauen ist, ihren Schwangerschaftsstatus zu kommunizieren. Dabei geht es meiner Einschätzung nach eher um Stolz, Vorfreude, etc. als darum, das Kind in die Öffentlichkeit zu bringen. 

    • http://twitter.com/punktefrau Christine Heller

      Als ich mir die Kommentare unter dem Artikel von mashable durchgelesen habe, gab es auch viele Stimmen, die sich auf diese Funktion gefreut haben. Ich kann es ja verstehen, dass man stolz ist und die Nachricht in die Welt schreien möchte, aber dann genügt doch ein Statusupdate mit “ich bin schwanger”, und man muss dem ungeborenen Kind nicht sofort eine Netzidentität verschaffen und mit dem eigenen Profil verknüpfen.

      • http://twitter.com/martina_kkundk Martina Thelen

        Stimmt. Aber dass Facebook jede Chance auf neue Profile wahrnimmt, ist ja nicht verwunderlich. ;)

    • http://twitter.com/punktefrau Christine Heller

      Als ich mir die Kommentare unter dem Artikel von mashable durchgelesen habe, gab es auch viele Stimmen, die sich auf diese Funktion gefreut haben. Ich kann es ja verstehen, dass man stolz ist und die Nachricht in die Welt schreien möchte, aber dann genügt doch ein Statusupdate mit “ich bin schwanger”, und man muss dem ungeborenen Kind nicht sofort eine Netzidentität verschaffen und mit dem eigenen Profil verknüpfen.