Geht es denn wirklich immer nur um den Traffic?

Quelle: CC-BY lpolonska | flickr.com

Diese Frage beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit. Nutzen wir unterschiedliche Dienste ausschließlich, um über sie Traffic für unsere eigene Website und/oder den eigenen Blog zu generieren? Aus der Sicht eines Unternehmens oder eines Freiberuflers ist das vollkommen legitim – das steht hier gar nicht zur Debatte. Mir geht es in erster Linie um Privatpersonen, die als solche eine Website oder einen Blog betreiben.

(Bildquelle: CC-BY lpolonska | flickr.com)

Meine Sicht der Dinge: Ich betreibe einen Blog, weil ich Spaß daran habe, meine Sicht der Dinge zu schildern, zu schreiben und an Diskussionen teilzunehmen. Auf Facebook, Xing und Google+ bin ich, weil ich mich an diesen Orten mit Menschen austauschen und vernetzen kann, Informationen beziehe, die ich an anderer Stelle nicht bekommen hätte. Twitter ist zu einer echten Leidenschaft geworden. Binnen eines Jahres habe ich dort viele interessante Menschen kennengelernt, eine der schnellsten Informationsquellen schätzen gelernt, fasziniert beobachtet, wie sich Menschen dort organisiert und koordiniert haben – das aktuelle Beispiel sind die Aufstände in London. Natürlich führen meine Aktivitäten im Social Web dazu, dass diese meine Eigenvermarktung ein Stück vorangetrieben haben. Und ja: Jeder, der Texte publiziert, freut sich über eine große Leserschaft – mich eingeschlossen.

An vielen Stellen hört man immer wieder, Google+ generiere inzwischen wesentlich mehr Traffic als Facebook oder Twitter. Der Microblogging-Dienst oder Zuckerbergs Netzwerk seien daher nicht mehr rentabel.  Da kann ich  nur mit dem Kopf schütteln. Ich finde es wirklich schade, wenn Leute nach einem Blick in die Auswertung von Google Analytics entscheiden, auf welchen Plattformen sich ihre Präsenz noch “lohnt”. Bei meinem Blog beobachte ich eine ähnliche Entwicklung: Immer mehr Besucher gelangen über Google+ und immer weniger über Twitter auf meine Seite. Das ist für mich aber überhaupt kein Grund, dem Dienst den Rücken zukehren… Immer diese verfluchten Zahlen

Ganz ehrlich: Ich bin froh, dass ich über die Themen bloggen kann, die mir am Herzen liegen, zu denen ich eine Meinung habe, die Netzwerke und Dienste nutzen, sind sie auch noch so unbekannt (ich glaube ich gehöre zu einer wirklich kleinen Zahl von Ping-Nutzern), und nicht darauf achten muss, welche Beiträge die meisten Visits erzeugt. Dieses ganze Gerede über Traffic, SEO-Maßnahmen, Blogoptimierungen und Keywordanalysen empfinde ich an vielen Stellen als übertrieben.

Ist es nicht so, dass das Netz eine große Spielwiese ist, auf der jeder entsprechend seiner Interessen einen geeigneten Spielplatz und Freunde zum spielen findet? Ich finde: Es muss Spaß machen und meinen Interessen entsprechen.

In diesem Sinne: Ich geh’ mal wieder spielen.

  • http://danielrehn.wordpress.com Daniel Rehn

    My blog is my castle … Mir geht es da ganz ähnlich wie dir, wenn ich überlege, welche Freiheiten ich auf meinem Blog genieße. Wenn ich dann meine Gedankengänge wie zuletzt etwa über die diversen Kanäle teilen zu müssen, dann passiert das für mich in erster Linie aus dem Interesse weitere Meinungen zum Thema einzuholen. Die Klicks und der Traffic selbst – geschenkt. Hauptsache die Diskussion stimmt – im Blog ebenso wie auf FB, Twitter, G+ und sonstwo.

    Ich möchte mich auf meinen kleinen Burgen (um im Bild zu bleiben) austauschen und nichts verkaufen. Warum also auf die Visits schielen, wenn man privat/persönlich unterwegs ist?

    • http://twitter.com/punktefrau Christine Heller

      Das sehe ich ganz genauso! Danke für deine Sicht der Dinge und Grüße in den Süden :-)

  • Pingback: punktefrau » Blog Archive » Geht es denn wirklich immer nur um den Traffic? » punktefrau | Inside Social Media | Scoop.it

  • Anonymous

    Ich kann Dir da nur zustimmen. Selbstverständlich habe ich auch auf meinem Blog eine Analytics-Lösung installiert und schaue ab und zu in die Auswertungen. Und natürlich freue ich mich, wie wahrscheinlich jeder andere Schreiber auch, wenn die Zugriffszahlen steigen. 
    Aber wenn man nur noch für die Klicks schreibt oder auf den Netzwerken nur aktiv ist, um mehr Traffic zu bekommen, kann aus meiner Sicht nichts Gutes dabei raus kommen. 

    Ich schreibe auf meinem Blog, weil es mir Spaß macht und mich gleichzeitig weiterbringt: Indem ich mich intensiver mit den Themen auseinander setze. Auf den sozialen Netzwerken bin ich unterwegs, wie Du ja auch schon schreibst, weil ich mich dort mit anderen Menschen austauschen und viel lernen kann. 

  • Pingback: Glanzlichter 78: Instant-Angst, Trojaner und der Überwachungsgott « … Kaffee bei mir?

  • Pingback: Glanzlichter: Instant-Angst, Trojaner und der Überwachungsgott | Ruhrbarone