Von Opinion Leadern, Vielsehern, Shoppen und Schuppen. Mein Tag auf der dmexco.

Eingang zur dmexco, Bildquelle: Pressefoto dmexco

So, nach ausgiebiger Urlaubspause melde ich mich hier im Blog zurück. In einem Satz zusammengefasst: Kalifornien und New York waren großartig, aber das soll jetzt gar nicht das Thema sein. Heute morgen um 9.30 Uhr hieß es: Anstehen bei der Akkreditierung für die dmexco 2011. Und ich war nicht alleine…

(Bildquelle: Pressefoto dmexco)

dmexco 2011, Bildquelle: Pressefoto dmexco

Im direkten Vergleich zum letzten Jahr hatte ich heute das Gefühl, dass die Veranstaltung mehr Besucher angelockt hat. Die Gänge in den Hallen waren voll, die Seminare überfüllt – inklusive Schlangen vor den Räumen, in denen Leute hofften, dass jemand den begehrten Raum verlässt und sie eventuell nachrücken könnten.

Das erste Seminar, das ich heute morgen besucht habe, trug den Titel „Opinion Leader Management in der Social Media am Beispiel LG Electronics“. Das klang sehr vielversprechend und wurde den Erwartungen gerecht. In seinem 45-minütigen Vortrag plauderte Philipp Renger, Consultant bei VICO Research & Consulting, auf Twitter als @peate unterwegs, aus dem Nähkästchen: 2008 beauftragte der Elektronikhersteller LG VICO mit der Konzeption und Betreuung des Social-Web-Auftritts. Die Aufgabe lautete: Die Konsumenten in den Phasen der Kaufentscheidung zu begleiten. Man muss wissen: Bei LG werden 95 Prozent der Social-Web-Inhalte von externen Mitarbeitern, Opinion Leadern, erstellt. Und diese galt es anfangs zu identifizieren. Heute besteht das Team aus sieben Personen, einige sind von Anfang an dabei, so beispielsweise @gillyberlin, andere sind neu dazugekommen. Zwischen morgens 6 und nachts 3 Uhr bespielen diese sieben Akteure die bisher sieben Social-Media-Plattformen von LG. Die Devise des Elektronikherstellers lautet: „Qualität statt Quantität“. Was VICO und LG bei der Auswahl der Blogger/Opinion Leader wichtig war? Antwort: Vorbildfunktion, Ausdruck, authentische Kommunikation, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Loyalität gegenüber dem Unternehmen/ der Marke. Und was Philipp Renger noch betont: Wenn Blogger Produkte zugeschickt bekommen und darüber berichten, so können sie selbst entscheiden, ob sie die Produkte nach einer festgelegten Zeit kaufen oder an den Hersteller zurückschicken, bezahlt werden sie nicht. Denn auf die Unabhängigkeit der Blogger lege sein Auftraggeber großen Wert, so Renger. Die Blogger sollen intrinsisch motiviert sein, und durch ihre Berichte stärken sie zudem ihr eigenes Standing in der Community. Warum LG ausgerechnet auf Opinion Leader setzt? „C-to-C-Kommunikation ist viel authentischer“, so Renger.

Das Panel „Ein Jahr TV/Online Double Play“ hat mich nicht ganz so begeistert. Daniel Haberfeld, Director Research bei SevenOne Media, und Martina Vollbehr, Geschäftsführerin pilot Checkpoint bei der pilot 1/0 GmbH & Co. KG, stellten Double Play, ein Tool zur integrierten Planung von TV- und Onlinekampagnen, vor. Das Tool wurde entwickelt, weil man laut Haberfeld ein geändertes Mediennutzungsverhalten beobachtet habe und dem auch in der Planung gerecht werden müsse. Er gibt zu bedenken, dass das Mediennutzungsverhalten der Zukunft womöglich nicht mehr in Bezug auf den Kanal, sondern vielmehr in Bezug auf den Content betrachtet werden muss. Aus den bisher erhobenen Datensätzen lässt sich ableiten: Es gibt medienübergreifende Viel- und Wenigseher.

 

Last but not least habe ich um 14 Uhr noch das Seminar „Storytelling in The Digital Age“ besucht, ein sehr begehrtes Panel, denn der Raum war komplett überfüllt. „Gute Geschichten werden besser behalten, wenn sie gut erzählt werden. Und: Gute Geschichten beeinflussen das Verhalten der Konsumenten„, betonte Stefan Kniess, CEO bei G2 Germany. Judd Labarthe, Executive Planning Director bei G2 Germany, gewährte dann einen Blick in die Praxis und stellte den Nestlé Marktplatz, eine CRM- Plattform mit eingebautem Shopsystem, vor.

Entdecken, shoppen und mitmachen – das sind die drei Säulen des Marktplatzes. Laut Ergebnissen aus der Marktforschung, hilft die Plattform den Besuchern, wichtige Informationen zu finden, ermöglicht zeitgemäße Onlineerlebnisse und hat die Wahrnehmung der Nestlé-Produkte und des Unternehmens selbst positiv beeinflusst. Bei den Nutzern der Plattform handele es sich nicht nur um passive Zuhörer, sondern User würden Trollen und Kritikern mit gesundem Selbstbewusstsein begegnen und Nestlé sogar verteidigen. Ein Erfolg für das Unternehmen, was aufgrund des „KitKat-Vorfalls“ nicht gerade durch Transparenz in Erinnerung geblieben ist.

 

Aus den Schuppen im Haar, wurden die Schuppen im Garten und daraus die Idee einer Kampagne für Nivea-Anti-Schuppen-Shampoo. Die Akteure: Ollie und seinen Onkel, der Sprengmeister ist. So lautet die Kurzform der Geschichte, die Friedrich von Zitzewitz, ECD bei PlanNet, im letzten Drittel des Vortrags erzählte. Am Ende gab es die erhofften 1.000.000 Klicks für den Clip – ein wirklich unterhaltsamer Vortrag!