Situationen, wie ich sie liebe
Ich sitze gerade am Flughafen in Wien und warte, dass es mit dem Boarding losgeht – eine Stunde Wartezeit. Ich lasse meinen Blick schweifen und nehme, mich in guter Gesellschaft wissend (jeder Zweite hat hier sein iPad auf dem Schoß oder das iPhone in der Hand), mein iPad heraus, um ein bißchen hier und da zu stöbern.

(geschossen hat dieses Bild der @dingler_g4 heute Nachmittag im Café)
Wie ich so hier sitze und die Wartezeit überbrücke, auf Facebook kurz meine Timeline durchstöbere, stoße ich auf einen Post eines Bekannten aus München, der gerade mal wieder in Skandinavien auf irgendeinem Gletscher seine Forschungsarbeiten durchführt. Er ist online und über ein 10-Zeiler-Chat bringen wir uns auf den neuesten Stand.
Wunderbar, denke ich. Schrecklich, denken andere. “Man könnte ja auch mal telefonieren.” Ja, könnte man, passt aber gerade nicht. Und es würde wahrscheinlich noch Monate dauern, bis wir wieder voneinander hören. Chance war da, Chance genutzt.
Auf dem Flug nach Wien bin ich auf folgenden Beitrag von dem geschätzten Economist-Magazin gestoßen. “Faceless Friends” lautet der Titel. Am Ende heißt es dort:
“Facebook, Twitter and the like allow the kind of unimportant banter that binds old friends together, and sometimes helps you make new ones.”
Das trifft den Nagel auf den Kopf. Über Netzwerke wie Facebook ist es mir möglich, den Kontakt zu vielen meiner Freunde und Bekannten tagtäglich zu halten und immer, wenn es die Gelegenheit erlaubt, an ihrem Leben teilzuhaben. Und so kommt dann auch eine Situation zustande, wie ich sie eingangs beschrieben habe: Eine Kölnerin sitzt in Wien am Flughafen und chattet mit einem Bekannten aus München, der gerade in Skandinavien unterwegs ist.
Großartig!




