punktefrau

Digitale Kommunikation und das tägliche Leben
Punktlandung

Ungefragtes Reblogging ist Content-Diebstahl

13. März 2012

Gestern fühlte ich mich an eine Situation aus meiner Kindheit erinnert: Ich war ein Buskind, hatte eine relativ weite Anreise von 15 Kilometern und war meistens schon über eine halbe Stunde vor Schulbeginn im Aufenthaltsraum anzutreffen, den hat unser Hausmeister netterweise für uns aufgeschlossen, damit wir uns die Zeit bis zum Unterrichtsbeginn nicht auf dem Schulhof vertreiben mussten. In unserer Klasse – wie in vielen anderen auch – gab es die „Spezialisten“, die eben schnell in der halben Stunde noch die Hausaufgaben machten … ähm abschrieben. Und die waren es auch, die sich dann ganz besonders beliebt machten, wenn sie den abgeschriebenen, vom tatsächlichen Autor mühsam zusammengezimmerten Aufsatz im Deutschunterricht auch noch vorgelesen haben.

(Bildquelle: CC BY-SA 2.0 Max Braun | flickr.com)

Dreist abgeschrieben

Mehr durch Zufall stieß ich gestern auf einen Beitrag dieses Blogs, der eine 1:1-Kopie meines Titelseiten-Tweet-Beitrags ist. Links, Beitragsbilder und Text wurden exakt und unfassbar dreist übernommen – abgeschrieben. Das hat mich tatsächlich in Rage versetzt.

Update: Noch gestern reagierte der Verfasser/ die Verfasserin des Blogs und hat bis auf ein, zwei Sätze meinen Beitrag von seinem/ ihrem Blog gelöscht. Unten finden sich auch zwei Kommentare der betreffenden Person.

Wie man auf gelungene Blogbeiträge verweist

Wer kennt die Situation nicht: Man stößt auf einen gelungenen Blogbeitrag und möchte diesen auch mit den Lesern des eigenen Blogs teilen. Für diese Fälle habe ich z. B. meine Perlen der Woche eingeführt. Mit einem wichtigen Unterschied: Ich teaser den Artikel kurz an und verlinke dann auf den Ursprungsbeitrag – das gehört meiner Meinung nach zum guten Ton. Nicht aber für die/den Sunnyromy, die/der ungefragt meinen Beitrag auf seinen Blog gehoben hat. Kurz gesagt: Ich finde, das ist eine Frechheit!

Wer reblogged, ohne zu fragen, begeht Content-Diebstahl

So richtig kann man sich nicht gegen diesen ich nenn‘ es jetzt mal „Content-Diebstahl“ wehren. Daher sage ich es an dieser Stelle einmal in aller Kürze: Ich möchte das nicht! Und ich möchte auch nicht reblogged werden, schon gar nicht ungefragt.

Beim Reblogging werden Beiträge anderer Blogs auf der eigenen Seite veröffentlicht. Aber wie Meike Leopold in diesem Interview sehr richtig betont, nur mit dem Einverständnis beider Seiten!

Ich halte vom Reblogging nicht viel. Und noch weniger bin ich davon überzeugt, dass dieses bisher eher US-amerikanische Phänomen hier in Deutschland weitere Verbreitung finden wird. Warum? Nun ja, weil mit diesem Vorgehen einige Urheberrechtskonflikte entstehen …

Unwissender Gastautor

Bitte versteht mich nicht falsch, natürlich freue ich mich darüber, wenn meine Beiträge gefallen und andere auf diese verlinken. Aber ich entscheide immer noch gerne selbst, auf welchem Blog ich einen Gastbeitrag schreibe, und ich möchte nicht durch ein Reblogging unwissend zum Gastautor ernannt werden. Danke!

PS: Mit dem Wissen, dass es nichts bringt, habe ich unter dem eingangs erwähnten Beitrag einen höflichen Kommentar hinterlassen, man möge doch meinen Beitrag von diesem Blog löschen – guter Ton und so …

  1. Ohne es jetzt detailiert geprüft zu haben: ich nehme dan, das dies die Masche dieses Blogs ist und er/sie die Daten via RSS abgreift (man schaue sich die anderen „Artikel“ an).
     
    Ich bezweifle, dass der Inhaber Deinem Löschwunsch nachkommen wird… :(

  2. Und dabei geht das schon per Chrome Plugin. Auf deinen Blog gehen, Reblog button drücken, und zack ist es im eigenen Blog. Noch genialer sind Tools, die technorati durchsuchen nach bestimmten Artikelstichwörtern und diese automatisch rebloggen. Das führt dann wiederum zu guten google ranking, da guter content nun mal hoch gerankt wird und die Werbeeinnahmen steigen. alles von alleine ohne, dass man die Reblogseite auch nur einmal im halben Jahr anschaut :) 
    Pünktchen – thats the dark side of internet. but hey – they have cookies ^^

    1. ich hab zwar kein chrome aber ich gehe davon aus dass es funktioniert wie alle anderen blog plug ins ect, man markiert den inhalt, geht auf „press“, es wird automatisch ein link angeziegt zum original text sowie im titel ein hinweis auf den autor und dann kann man es teilen

      was ist jetzt der unterschied zu einem geacebook share button oder einem twitter plug in? abgesehen davon ass der inhalt optisch beser angezeigt wird una suserhalb eines sozialen netwzwerks einsichtlich ist … ?!

      ich werde mich bemühen, in zukunft noch deutlicher original  verweise hinzudeuten, nichts gesto totz sehe ich es zumidnest als legitim, den inhalt gewisser artikel auch für mch selber speichern zu können und zu sharen wenn es mir gefällt!?

      ganz ehrlich verstehe ich die aufregung grade im sinne des eigentilchen inhalts des artikels um den es geht, noch viel weniger!

      PS das permanente email adressen eingeben nervt echt!

  3. liebe puktefrau

    es tut mir leid sollte ich in deinen augen dein urhberrecht missbraucht haben, nichts liegt mir ferner, als mich „mit fremden federn zu schmücken“

    ich gehe davon aus, dassman erkannt hat, dass auf meinem blog zumeist nur „geteilter“ („gesharter“) inhalt gezeigt wird, ich bemühe mich auch immer möglichst eindeutig den eigentlichen autor/herausgeber/journalisten wieder zu geben, so fern das zeitlich ect möglich ist

    dass du der/die verfasser(in) dieses beitrags bist, ist zudem bereits aus dem titel des post ersichtlich » punktefrau

    ich habe den post eher als eine „promotion“ bzw ein „sharing“ deines beitrags angesehen, als dass ich dir den inhalt klauen hätte wollen … ?!

    ich habe den beitrag (sry dass ich dein 1. kommentar nicht sofort gelesen habe) bis auf einige wenige zusammendfassende zeilen sowie die kommentare, gelöscht.

    lg sRomy

    PS warum muss ich meine eMail adresse angeben, um ein kommentar zu verfassen ?!

    1. Sunnyromy,

      Punkt 1: Öffentliche Beiträge stehen nicht zu Deiner Verfügung. Nie!
      Punkt 2: Ich empfinde das 1:1-kopieren meines Beitrags nicht als Promition.
      Punkt 3: Mir ging es auch nicht darum, dass Du den Beitrag so gekennzeichnet hast, sodass klar war, dass er von mir stammt … Das war ja ersichtlich. Das verwenden ohne zu fragen, darum ging es.
      Punkt 4: Ich verwende das Diskussionsplugin Disqus, bei dem die E-Mail-Adresse angegeben werden muss, um 80 Prozent der Spam-Attacken von Anfang an abzuwehren. Wenn Du damit ein Problem hast, dann musst Du hier ja nicht kommentieren.

      BG
      Christine

  4. Hallo Sunnyromy,

    du weißt aber, dass Google doppelten Content bestraft? Und falls es dein Blog länger gibt als das Blog desjenigen, dessen Texte du ohne zu fragen veröffentlichst, wird das Ursprungsblog abgestraft. Und wieso hältst du es für normal, dass man Sachen, die einem gefallen, einfach nehmen darf? Im Laden darfst du das auch nicht! Ich verstehe nicht, warum so viele Leute denken, im Internet dürfte man alles.

    Dass man bei manchen (vielen) Blogs zum Kommentieren seine E-Mail-Adresse eingeben muss, liegt an der Blogsoftware. Ich kann das bei meinem Blog nicht abstellen.

    Liebe punktefrau,

    gut, dass du dich wehrst. Du hast vollkommen recht: anteasern und verlinken, SO promoted man Artikel, die einem gefallen!

  5. Ich kann das immer noch nicht fassen, was da passiert ist. Deinen Ärger kann ich absolut verstehen – das ist unwahrscheinlich unverschämt. Gut, dass Dein Artikel gelöscht wurde – ich kann nur hoffen, dass den anderen Bloggern das auch auch auffällt.

  6. Moin Christine, hab das vorhin in der Bahn mobil gelesen und konnte noch nicht antworten, wollte aber auch das, was @83974127dbda9eb6669ccc248c9a399c:disqus erwähnte schreiben – jenachdem, wie alt eure Blogs sind, wird duplicate content von Google erfasst und abgestraft. Das kann dazu führen, dass das jeweilige Blog komplett aus dem Index genommen wird und somit nicht mehr in der Google Suche gefunden wird! 
    Dieser Konsequenz sollte man sich bewusst sein! Und ich schäme mich für meine Namensvetterin, die anscheinend glaubt, Diebstahl bleibt im Netz unentdeckt und ungestraft und man könne sich alles erlauben. Verlinken ist das A und O bei Blogs und nicht Stehlen! Backlinks honoriert nämlich Google auch wieder… Es könnte alles so einfach sein…

    Lieben Gruß, Romy

  7. Nimm’s mir nicht krumm, aber ich verstehe das Problem ehrlich gesagt nicht. Die Inhalte hier stehen doch unter CC-BY-SA-Lizenz. Weiterverbreitung mit Namensnennung sollte also doch gewünscht sein, oder? 

    (Und „Content-Diebstahl“, ach, das ist doch nur ein blöder Kampfbegriff von Leuten, die Inhalte „Content“ nennen und mit schiefen Metaphern falsche Assoziationen erzeugen wollen http://www.youtube.com/watch?v=IeTybKL1pM4)

    1. Nehm Dir das nicht krumm ;-). Natürlich dürfen die Inhalte meines Blogs weiterverwendet werden. Die Frage ist nur, wie das geschieht. Bei dem genannten Blog handelt es sich um einen Auftritt, der nur aus rebloggten Inhalten besteht. Und vorher fragen gehört doch zum guten Ton, wie ich finde. Wie auch andere hier in den Kommentaren schon richtig angemerkt haben kann das dublizieren von Inhalten durch Google abgestraft werden, da leidet dann der Urheber drunter und nicht der Kopierer.

  8. Es gibt immer eine Sau, die durchs Dorf getrieben werden muss, damit im kleinen Örtchen mal wieder etwas los ist (<< ZITAT 'punktefrau, nur damit es zu keiner verwechslung kommt)

    ich glaub das bin grad ich oder ^^

    Die Konflikte, auf du uA verweist sind aber wenn "Nutzer online verfügbare Inhalte aus verschiedenen Quellen neu zusammenstellen und das Ergebnis dieser Rekombination wiederum Dritten einfach zur Verfügung stellen" 
    das ist ganz was anderes, als wenn man einen Link zu einem kompletten Artikel einfügt, mit dem Namen der Quelle!und jetzt lassts mich in ruhe mit dem kinderkram! werde von deiner seite sicher nix mehr verlinken keine angst PS: also, auf Paper.li erwähnt zu werden, ist eine Ehre für dich, aber wenn ein anderer deinen Artikel rebloggt, hast du ein Problem damit ?!naja und was Google bestraft oder nicht bestraft is mir sowas von wayne … ich hab eh schon Angst vor dem ACTA-Häfn *fürcht*

  9. Ich muß mich da professorbunsen anschliessen:
    Du verbreitest (zumindest laut Informationen in der rechten Leiste) Deine Inhalte unter CC BY-NC-SA. Laut der verlinkten Infoseite erlaubt das Weiterverbreitung und Bearbeitung unter der Bedingung daß der Name genannt wird und der Inhalt unter gleichen Bedingungen (also CC BY-NC-SA) steht. Wenn letzteres zutrifft ist das für mich völlig legitim.

    Daß es höflich wäre nachzufragen ob man es darf, da stimme ich zu, aber Du kannst Dich nicht beschweren wenn jemand das tut was Du per selbstgewählter Lizenz erlaubt hast.

    Zudem finde ich, wie professorbunsen ebenfalls, den Begriff des Diebstahls falsch. Ein Diebstahl nimmt per definition Dinge weg, davon kann ja nicht die Rede sein, du hast Deinen Blog-Eintrag ja noch.

    1. Ich bin ja nicht vollkommen uneinsichtig ;-) Ich finde CC Lizenzen wichtig und richtig, daher habe ich für meinen Blog eben diese gewählt. Wenn Inhalte 1:1 übernommen werden, dann finde ich, wie Du auch schon gesagt hast, sollte es zum guten Ton gehören, nachzufragen. Das ist wohl nicht selbstverständlich. Nun ziert ein Zusatz meine CC-Lizenz im Impressum, die künftig solche „Probleme“ verhindern sollte.

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