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10 wunderschöne Orte in der Bretagne

4. Juli 2012

So schnell wie der Urlaub kam, ist er auch schon wieder vorbei, und ich bin seit Samstag wieder in Köln. Geblieben sind einige Flaschen Cidre, ein bisschen Käse, der endlich braun gewordene Sonnenbrand im Nacken, jede Menge Fotos und tolle Erinnerungen. Ein paar von denen möchte ich hier mit euch teilen. Denn wenn ihr einmal vorhabt, in die Bretagne zu fahren, dann solltet ihr diese zehn Orte auf den Halbinseln Cap Sizun und Crozon auf jeden Fall gesehen haben.

1. Auf dem Küstenwanderweg: Pointe de Brézellec bis Pointe de Penharn und zurück

Am nördlichen Teil der Halbinsel Cap Sizun reiht sich Aussichtspunkt an Aussichtspunkt, alle kann man hervorragend erwandern. Generell ist es in der Bretagne nicht schwer, geeignete Wanderrouten zu finden. Wenn man möchte, kann man die gesamte Halbinsel entlang des Küstenwanderwegs erkunden. Zwischen dem Pointe de la Brézellec und dem Pointe Penharn ist es landschaftlich besonders schön – so hatte es unser Reiseführer angepriesen, und so war es dann auch. In drei Stunden kann man hier auf dem Küstenwanderweg und auf dem Rückweg über die Dörfer Meeresluft schnuppern und raue Klippen bestaunen.

2. Der westliche Zipfel Frankreichs: Pointe du Raz

Den Pointe du Raz haben wir direkt am ersten Tag besucht. Beeindruckende Klippen und die raue See haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Wer bis zum Aussichtspunkt vorgedrungen ist und noch nicht genug hat, kann mit gutem Schuhwerk eine kleine Kletterpartie auf den Felsen wagen – das macht riesig Spaß! Das Gebiet um den Pointe du Raz war bei Seefahrern gefürchtet. Viele Schiffe sind dort auf Grund gelaufen, weil sie die vielen Untiefen an dieser Stelle unterschätzt haben. Mit Blick auf das Meer kann man in acht Kilometern Entfernung die Ile de Sein erkennen.

3. Bäche, Mühlen und ein kleiner Hafen: Pont Aven

Man betritt diese Stadt und versteht sofort, warum sich der Maler Paul Gauguin hier so wohlgefühlt hat. Kleine Straßen, niedliche Cafés, ein Fluß schlängelt sich durch die Stadt und noch heute sind einige Wassermühlen in Betrieb – ein Ort wie aus dem Auenland. Man hat immer wieder das Gefühl, Frodo Beutlin könnte jederzeit auftauchen und von seiner bisherigen Reise berichten. In diesem kleinen Restaurant haben wir zwei leckere Crêpes gegessen – sehr zu empfehlen!

4. Eine Stadt in der Stadt: Concarneau und la Ville Close

Die Ville Close – ehemals entstanden, weil die Mönche der Abtei von Landévennec an dieser Stelle ein Kloster errichteten – bildet die Altstadt von Concarneau. Umringt von Festungsmauern hat diese Stadt eine tolle Atmosphäre – auch wenn an jeder Ecke Touristenfallen lauern. Besonders schön ist ein Rundgang auf der Stadtmauer, dazu am besten ein Eis in der Hand.

5. Zurück in das 11. Jahrhundert: die Abteikirche von Landevénnec

Mehr durch Zufall sind wir auf das kleine Örtchen aufmerksam geworden, das am nordöstlichen Teil der Halbinsel Crozon – der Nachbarhalbinsel von Cap Sizun – liegt. Eine kleine, sehr schmale Straße führt zu dem Ort, und auf der Fahrt ist man sich zwischendurch nicht mehr sicher, überhaupt noch auf dem richtigen Weg zu sein. Wer durchhält und sich nicht beirren lässt, der hat die Möglichkeit, die Überreste einer alten Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert zu besichtigen. Der Platz für die Kirche ist wohlüberlegt gewählt worden. Es sind nur wenige Meter bis zum Meer, überall stehen Palmen, Feigenbäume und Cypresse. Besonders schön ist der kleine Kräutergarten der Abtei, den die Betreiber des Museums wieder originalgetreu bepflanzt haben.

6. Kunsthandwerk und das beste Segeltuch zwischen Schottland und Spanien: Locronan

Wenn wir ehrlich sind, dann trieb uns der Hunger und die Aussicht auf einen leckeren Crêpe in einer der besten Crêperien der Umgebung nach Locronan. Diesrs Ort ist nicht besonders groß, aber aufgrund seines historischen Stadtbildes, den vielen Kunsthandwerksläden und der beeindruckenden Kirche einen Besuch wert. Mein Tipp: Liebe Frauen, am besten ihr findet beim Besuch von Locronan irgendeine sinnvolle Beschäftigung für eure männliche Begleitung, denn in jedem, der vielen süßen Lädchen gibt es irgendetwas zu bestaunen. Früher war Locronan weit über die Bretagne hinaus für das beste Segeltuch zwischen Spanien und Schottland bekannt, warum häufig Seefahrer diesen Ort aufsuchten.

7. Surferparadies und endloser Sandstrand: am Pointe de la Torche

Was soll ich zu diesem Ort sagen außer: Wow! Als ich oben auf den Dünen stand, dachte ich nur: „Ich bin im Paradies“. Strahlendblauer Himmel, Sonne, Sandstrand, hohe Wellen und jede Menge Surfer. Eigentlich mag ich die raue See mit den hohen Steinklippen lieber, aber dieser Ort hat mich sofort gepackt. Wir sind vom Pointe de la Torche über den Sandstrand in den Nachbarort Saint-Guénole und zurück gelaufen. Was man nicht versäumen sollte: Schuhe aus und mit den Füßen in den kalten Atlantik – fantastisch! Im Übrigen erstreckt sich der insgesamt 25 Kilometer lange Sandstrand von Audierne bis hier her – immer wieder unterbrochen durch kleine Ortschaften am Meer. Das ist definitiv noch eine andere Seite der Bretagne. Was allerdings beinah überall anzutreffen ist, ist der starke Wind, der einem meist vom Meer entgegen bläst.

8. Der größte Museumhafen Europas: Douarnenez

Neben einer kleinen Innenstadt mit Geschäften wie „Les Bonnes Choses“ – die ihrem Namen alle Ehre machen – ist das Musée du Bateau in Douarnenez unbedingt sehenswert. Neben der Ausstellung, die man in Begleitung eines deutschsprachigen Tour Guides vom Band durchlaufen kann, hat das Museum noch Europas größten Museumshafen zu bieten. Einige Schiffe kann man sogar besichtigen und unter Deck gehen. Allerdings ist das nur etwas für Menschen ohne Platzangst.

9. Ein Ort der besonderen Art: das Langgrab von Lesconil

Nicht weit von Douarnenz an der Ortsgrenze von Lesconil kann man einen Ort der besonderen Art besuchen: eine keltische Kultstätte mit Megaliten – eine Art Langgrab, bei dem die Tragsteine so schräg aneinander gelehnt wurden, dass sie sich gegenseitig halten – inmitten eines kleinen Wäldchens. Hier und da fanden wir Feuerstellen. Offensichtlich hatten hier einige Menschen die kurz zurückliegende Sommersonnenwende hier gefeiert.

10. Unser Zuhause für 14 Tage: Ferienhaus in Trovréac’h

Wir hatten ein kleines bretonisches Steinhäuschen mitten im Nirgendwo. Sechs Kilometer bis nach Audierne, 3,5 Kilometer bis zum Strand aber Ruhe und Natur pur. Auf dem 3.500 Quadratmeter großen Grundstück könnten wir uns frei bewegen, die Sonnenliegen nutzen, die Wäsche im Garten aufhängen, und einen Grill inklusive Sitzecke vor dem Haus gab es auch. Die Vermieter habe ich sofort ins Herz geschlossen: ein älteres Ehepaar, die ihren ehemaligen Gutshof umgebaut haben und nun Ferienwohnung dort vermieten. Zur Begrüßung gab es selbst gemachten Cidre, dann zwischendurch eine bretonische Spezialität – den „far breton“ (einen Kuchen mit Trockenpflaumen) -, wir wurden abends zum Aperitif eingeladen und bekamen eine Flasche – selbstverständlich selbst hergestellten – Calvados bei der Abfahrt geschenkt. Das Ganze dann auch noch zu einem sehr annehmbaren Preis. Wenn ihr das Häuschen nicht über Inter Chalet, sondern über das Ehepaar selbst bucht, ist es noch einmal günstiger. Allerdings sprechen die beiden nur Französisch. Hier die Kontaktdaten:

  1. Frankreich. Meer. Käse. Sehnsucht.
    Kenn mich jetzt eher der Gegend in Aquitanien aus, aber die Bretagne möchte ich – spätestens jetzt – auch mal kennenlernen.
    Zauberhafte Fotos. :)

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