Nicht dein Tanzbereich, sondern unser Tanzbereich: Kommunikation gestern und heute
Es war einmal eine Welt, in der hatte alles seinen festen Platz, und es hatte auch alles seine Ordnung. Keine Stellungnahme verließ die Unternehmen, bevor nicht die Unternehmenskommunikation und in letzter Instanz der Pressesprecher einen Haken daran setzten und das Schriftstück auf den “Unternehmenssprech” anpasste.
Wenn Kunden, Journalisten oder Interessenten Informationen von den Firmen etwas wissen wollten, wendeten diese sich an eben diese Stellen. Ging es dabei um Presseinformationen, kontaktierte man die Unternehmenskommunikation, bei Broschüren oder Events kam das Marketing ins Spiel, und der Vertrieb wurde bei Interesse an dem Produkt oder der Dienstleistungen zu Rate gezogen.

So funktionierte es, und so ist das vielerorts immer noch.
Wehe, wenn das Marketing einen Text freigibt, ohne dass die Kommunikationsabteilung ihr Go gegeben hat oder noch schlimmer: Der Kundenservice soll nun Kundenanfragen im Social Web beantworten, ohne dass die Kommunikationsabteilung da den Daumen drauf hat – ungeheuerlich … Ehrlich gesagt, bin ich von diesem Gerangel um Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche genervt, denn es ist so unnötig wie nervenaufreibend.
Kommentare wie “Das ist aber keine PR-Angelegenheit” oder “Dem muss sich das Marketing annehmen” stoßen bei mir inzwischen auf eine innere Abwehrreaktion.
Kommunikation findet längst nicht nur in der Kommunikation statt, Marketing nicht nur im Marketing und Vertrieb nicht nur im Vertrieb. Und das war doch schon immer so. Geht es um Ersteres, dann sprechen Mitarbeiter auf jeder Messe, jedem Kundenevent für das Unternehmen, der einzige Unterschied: auf Twitter, Facebook und Co. hören noch eine Menge Menschen mit.
Wir sollten uns mal ein wenig locker machen.
Ich bin der Meinung, dass die Unternehmensbereiche Vertrieb, Marketing, Kundenservice und PR näher zusammenrücken beziehungsweise einen gemeinsamen Nenner finden werden und müssen: alle sprechen/ kommunizieren für ihr Unternehmen. Sie sind das Sprachrohr des Unternehmens. Das bedeutet aber auch, dass sie, statt um Verantwortlichkeiten zu rangeln, näher zusammenrücken müssen.
Wir müssen uns klarmachen:
1. Selbstverständlich können Mitarbeiter aus dem Kundenservice für das Unternehmen sprechen, sie müssen dafür aber aber entsprechend geschult werden – auch ohne unter der Fuchtel der Unternehmenskommunikation zu stehen.
2. Nicht nur der Kundenservice, der Vertrieb oder das Marketing, jeder Mitarbeiter, dessen Unternehmenszugehörigkeit erkennbar ist, spricht im Netz für das Unternehmen. Ob man will oder nicht.
3. Die Informationssuche der Menschen verändert sich, dumm nur, wenn sich diejenigen, die Informationen verteilen, nicht ändern … (Hiermit hat sich Christian in Bezug auf das Thema PR und Journalismus beschäftigt)
Unternehmen brauchen weniger Tanzbereiche, mehr abteilungsübergreifenden Austausch und mehr “gemeinsam”, finde ich.
(Bildquelle: CC BY 2.0 ash-s | flickr.com)





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