PR, die über Pressemitteilungen hinausgeht – stARTcamp Köln

Begrüßung beim stARTcamp Köln

„Endlich mal ein Barcamp in Köln“ schoss es mir durch den Kopf, als die Veranstalter den Termin für das stARTcamp Köln bekannt gaben. Und allen, die gestern nicht dabei sein konnten, kann ich nur sagen: Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein. Ihr solltet nächstes Jahr auch kommen! Viele inhaltlich gute Sessions, eine tolle Stimmung unter den Teilnehmern, viele für mich neue Gesichter und eine perfekte Organisation haben diese Veranstaltung rund gemacht. Eine tolle Erfahrung für mich persönlich: Ich habe auf dem Startcamp Köln meine erste Session zum Thema Online PR gehalten.

Während der Vorstellungsrunde stellte ich mit Freude fest, dass viele Teilnehmer mit PR-Hintergrund auf dem stARTcamp versammelt waren. So habe ich dann ganz spontan und ohne jede Vorbereitung  – was nachher für ein Fünkchen mehr Nervosität sorgte  – beschlossen, eine Session zum Thema Online PR und Social Media Relations zu halten. Was wir in der Session besprochen haben, möchte ich an dieser Stelle kurz zusammenfassen.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Online-Kommunikation

Wenn wir uns mit dem Bereich Public Relations auseinandersetzen, so geht es hier im Grunde um eine Kombination aus Beziehungspflege und Kommunikation.

„Jede Kommunikation mit Öffentlichkeiten intendiert mehr als eine Mitteilung; sie zielt, geplant oder spontan, bewusst oder unbewußt, darauf ab, eine Beziehung zu den angesprochenen Publika zu schaffen. Jede Kommunikation mit Öffentlichkeiten ist im Prinzip Public Relations.“ (Avenarius 2008, 3) gefunden im Gabler Wirtschaftslexikon

Da hat sich in den vergangenen Jahren Einiges getan. Die Kommunikation eines Unternehmens nach außen geht nicht mehr ausschließlich über den Schreibtisch der Abteilung Unternehmenskommunikation, und PR besteht nicht nur aus Pressemitteilungen.

Wir haben in der Session einige Voraussetzungen zusammengetragen, die erfüllt sein müssen, um als Unternehmen erfolgreich im Web kommunizieren zu können und den Mitarbeitern in der PR, die Arbeit zu erleichtern:

  • ein Austausch im Unternehmen über die Grenzen von Abteilungen hinaus
  • Rückendeckung durch den Chef
  • „Online-Verständis“
  • eine gute Zusammenarbeit und ein gegenseitiges Verständnis zwischen der PR und dem Journalismus, wie es Christian in seinem Beitrag beschreibt
  • Social Media Guidelines
  • Schulung von Mitarbeitern
  • eine große Portion Mut, neue Wege in Sachen PR zu gehen
  • und eine wichtige Erkenntnis: „Facebook ist nicht das Internet“

(Bildquelle: Oliver Schwarz)

PR ist nicht nur die klassische Pressemitteilung

Ich möchte an dieser Stelle keinesfalls die Aussage treffen, dass die Instrumente der klassischen PR nun abgelegt und neue erlernt werden müssen. Wie immer liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Wie oft nehme ich Unternehmen zur Kenntniss, die ihre Pressemitteilungen auf ihrer Webseite veröffentlichen und dann von Online-PR sprechen. An dieser Stelle bleibt mir dann nur, „schade“ zu sagen, denn die Fülle an Instrumenten ist durchaus vorhanden. In der folgenden Liste will ich einige, wenn längst nicht alle, aufzählen:

  • Unternehmenswebseite
  • Microsites zu speziellen Themen
  • Press Room oder Social Media Newsroom
  • E-Mail-Newsletter
  • Corporate Blog
  • Blogger Relations und Blogger Events
  • Microblogging und Social Networks
  • Social Bookmarking
  • Webvideo
  • Audio-/Videopodcast
  • Forum
  • Wiki
  • Bereitstellung der Pressefotos (unter einer CC-Lizenz auf z.B. Flickr)
  • Intranet

Wer ist meine Zielgruppe und wie muss ich sie ansprechen?

(Bildquelle: CC BY-NC-SA 2.0 smut | flickr.com)

Es klingt banal, ist es aber nicht: Natürlich sollte man bei der Auswahl der Instrumente die Zielgruppe immer fest im Blick haben. Journalisten, Blogger, Fans, Follower, Kunden und Interessenten erreiche ich gegebenenfalls über unterschiedliche Wege und muss sie auch auf unterschiedliche Art und Weise ansprechen. Denn es sei niemandem geraten einen Blogger mit „Sehr geehrte Frau Heller“ anzusprechen, oder noch besser „Sehr geehrter Herr Heller“, dann hat man eine richtige Punktlandung hingelegt.

Lesetipps

In einer Session von 45 Minuten kann Vieles nur kurz angerissen werden, daher möchte ich all denen, die sich zum Thema Online-PR weiter informieren möchten, noch einige Blogs und Bücher empfehlen.

Blogs:

Fachbücher: