Die Kluft zwischen Wissen und Ahnungslosigkeit wird größer
Viele von uns bewegen sich täglich in diesem Internet. Noch bevor wir unser E-Mail-Programm öffnen, haben wir schon ein Auge auf dem Twitter- und das andere auf dem Facebook-Stream. Dabei rauscht an einem Tag eine gehörige Portion Informationen an uns vorbei. Und selbst für uns ist es schwierig, die relevanten Informationen herauszufiltern. Ich beobachte mit Sorge, dass die Kluft zwischen wissend und ahnungslos, immer größer wird.
Bildquelle: (CC BY-NC 2.0 by Chiot’s Run | flickr.com)
Was meine ich damit? Als ich im Eingangstext über relevante Informationen sprach, redete ich nicht von Neuigkeiten à la “Welche Shitstorms haben sich heute so verbreitet?” oder “Die Kampagne von XY ist heute wieder hochgelobt worden”. Es geht um wirklich RELEVANTE Informationen – relevant für diejenigen, die sich beruflich mit diesem Internet beschäftigen, ob mit einem starken oder einem schwachen Fokus. Wenn ich sehe, wie viele Twitter-Accounts von Unternehmen kein Impressum haben, wie viele Fotos in Corporate Blogs eingebunden sind, ohne dass eine entsprechende Lizenz erworben wurde, und wie viele Falschinformationen über die Facebook-Fanseiten von Firmen verbreitet werden, dann wird mir Angst und Bange. Wenn ich dann noch darüber nachdenke, wie viele die neueste Mitteilung zu der Double-Opt-In-Regelung nicht erreicht hat und wie viele keine Ahnung haben, was gerade in Sachen Leistungsschutzrecht passiert, dann wird mir noch schlechter. (Diese Liste kann man natürlich nach Belieben erweitern.)
Halten wir also fest:
Da gibt es ein Problem – ein Informationsproblem
Das kann heißen: Es besteht ein Problem darin, an die jeweilige Information heranzukommen. Oder: Es wird sich nicht hinreichend bemüht, an die jeweiligen Informationen heranzukommen. Oder: Es werden nicht die richtigen Voraussetzungen geschaffen (Zeit, Zugang, etc.), damit man an diese Informationen herankommt.
Es gibt aber noch ein Problem – ein Geschwindigkeitsproblem
Nichts ist älter als die Nachricht von gestern. So führt uns Facebook beinah täglich vor, mit welcher Schnelllebigkeit wir konfrontiert sind. Es ändert sich immer irgendwo irgendwas. Wer soll da noch mitkommen?
Und noch ein Problem – ein Weiterbildungsproblem
Den Begriff des lebenslangen Lernens können viele von uns schon nicht mehr hören. Allerdings geht mit dem Geschwindigkeitsproblem eine stetige Weiterbildung einher – also, sollte einhergehen. Wenn sich fortlaufend etwas ändert, muss ich dafür sorgen, dass ich auf dem aktuellen Stand bin. Da sehe ich auch die Unternehmen in der Verantwortung, ihre Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen zu Weiterbildungen zu schicken – ob Konferenzen, Trainings, Workshops oder Barcamps spielt keine Rolle. Stattdessen wird häufig von den Mitarbeitern erwartet, dass sie sich eigenständig (und auf eigene Kosten) weiterbilden, wie diese Studie über das Berufsbild des Social Media Manager offenbart. Problem erkannt, über das Problem gebloggt. Jetzt fehlt nur noch die Lösung. Vielleicht können wir hier ein wenig diskutieren.





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