Was wird bleiben? “Alle so yeah”-Jubelschreie und Vine

vine

Sechs Sekunden Bewegtbilder – meist mehrere Einstellungen –, die in Dauerschleife abgespielt werden, das ist bisher meine ganz subjektive Wahrnehmung von Vine. Ja, ganz genau. Ich meine eben jene App von dem Micoblogging-Dienst, den ich so sehr schätze. Meine Leidenschaft für Twitter führt aber nicht dazu, dass ich alles, was aus San Francisco kommt, mit Jubelschreien begrüße. Diese Rolle übernehmen andere …

Vielleicht zuerst etwas Grundsätzliches: Ich finde es schon erstaunlich, mit welcher Vorhersehbarkeit neue Apps und Anwendungen mit dem “Alle so yeah”-Jubelschrei empfangen werden. Mir fallen da spontan Diaspora, Quora und Wunderlist ein. Nach dem “Alle so yeah” flaute das Interesse schnell ab. Zurück blieben die wirklich harten Verfechter und jede Menge “Account-Leichen”. (Ja, ich weiß. Man muss ja auch ausprobieren dürfen.) Ob Vine ein ähnliches Schicksal ereilt?

Vine passt zu Twitter

Das muss man einfach anerkennen. Ein 140-Zeichen-Microbloggingdienst und eine Mircovideo-App, mit der sich 6-Sekunden-Videos schnell und einfach produzieren und publizieren lassen – das passt. Die Argumentation von Martin Weigert erscheint mir durchaus einleuchtend:

“Vine ist Twitters Reaktion auf Facebooks Instagram-Erfolg. Indem man das Konzept von Foto-Sharing-Apps ein kleines Stück weiterdenkt, suggeriert man ein Desinteresse an der von Usern Instagram gewidmeten Aufmerksamkeit und stellt Anwender auch nicht vor die unangenehme Qual der Wahl, sich für eine Foto-App entscheiden zu müssen. Scheinbar zumindest. Denn im Endeffekt hofft man bei Twitter darauf, dass der ein oder andere Schnappschuss, der bei Instagram gelandet wäre, künftig als Sechssekünder bei Vine publiziert wird.”

Überraschung: Vine ist kein Muss

Nachdem die App veröffentlicht wurde, musste man selbstverständlich nicht lange warten, bis Sätze wie dieser den Weg ins Netz fanden: “Ist Ihr Unternehmen auf Twitter aktiv, sollte Vine nicht fehlen.“ (Gefunden haben ich diese Zeile hier.) Ich muss es einmal so deutlich sagen: Das ist totaler Quatsch! Aber diese Weisheiten kennen wir ja auch schon in Bezug auf Facebook und Co. Diese „Social-Media-Berater“ lassen sich auch nichts Neues einfallen …

Wenn Vine  …

Unternehmen sollten, bevor sie die Videos ins Netz stellen, doch kurz noch abwägen, ob sie auf diesen Hype-Zug jetzt sofort und überhaupt aufspringen müssen. Denn das Surfen auf der Hype-Welle macht nicht automatisch attraktiv. Verwackelte, nichtssagende Videos mit miesem Sound können auch unsexy machen . Ich habe viele Vine-Videos gesehen, deren Sinnhaftigkeit sich mir nicht erschließt, was natürlich auch an mir liegen kann.

… dann bitte so:

Scholz & Friends: “In vine veritas”

Die Idee, eine Recruiting-Kampagne ins Leben zu rufen, bei Kurzvideos auf Vine hochgeladen und anschließend mit dem Hashtag #scholzvine geteilt werden sollen, finde ich klasse. Mitmachen kann man noch bis zum 24. Februar!

Produktvorstellung von Opel

Barcadi UK mixt einen Cocktail

Die Titelseite der Rheinzeitung

PS: Ich bleibe skeptisch, ob sich Vine in einer breiteren Masse und in der Kommunikation durchsetzen wird.

Wer noch ein wenig querlesen möchten, dem seien diese Artikel empfohlen:

Twitter & Vine – Sinnvoll für Unternehmen oder Spielerei?
Das ging fix: Analytics für Vine verfügbar
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Worum es bei Vine wirklich geht
Tipp: Vine-Videos einfach einbetten