Hebammen, ihr wundervollen Menschen. Danke!

Heute ist der internationaler Hebammentag. Ehrlich gesagt hätte ich das nicht gewusst, hätte ich nicht heute morgen den Artikel zur aktuellen Situation der Geburtshilfe und des Hebammen Berufs gelesen. Hebammen machen so einen tollen, wichtigen Job und sind ganz besondere Menschen. Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Wenn mich Freunde oder Bekannte nach meinen Erfahrungen mit meiner Hebamme fragen, zaubert mir das jedes Mal ein Lächeln auf das Gesicht.

Ich muss dann an meine Uroma denken – sie müsste heute 106 sein, wenn sie noch leben würde. Schon sie war Hebamme in meinem Heimatdorf und den Dörfer im Umkreis und hat viele Kinder auf die Welt geholt – sogar Zwillinge. Mein Uropa fuhr sie bei Wind und Wetter mit dem Motorrad zu den Frauen. Manchmal blieb sie die ganze Nacht bei den Familien, bis sie sicher gehen konnte, dass es allen gut geht. Sie war Hebamme mit Leidenschaft. Ihre Berufung war es, Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen und die Frauen zu unterstützen und zu begleiten.

#OhneHebamme – eine Suche mit Hindernissen

Der Start mit meiner Hebamme war sehr holperig. Das lag weniger an ihr, als an der Tatsache, dass sich die Suche nach ihr so schwierig gestaltete. Ich habe in der 13. Schwangerschaftswoche eine Liste von 50 Hebammen abtelefoniert, in der Hoffnung, jemanden zu finden, der mich in eine Klinik als Beleghebamme begleiten würde – ich Narr!!! „Tut mir leid, ich nehme keine weiteren Frauen mehr an“ oder „Ich bin nicht mehr als Beleghebamme tätig“ hörte ich viel zu oft. Mit dieser Situation war und bin ich nicht alleine, wie die Aktion #OhneHebamme zeigt. Mit dem Unterschied: Ich habe zwar keine Beleghebamme, wohl aber eine Hebamme gefunden, die mich in der Schwangerschaft und nach der Geburt der Kinder als Ratgeber, Unterstützer, Fürsprecher und Gesprächspartner begleitet hat.

Sie gab mir Sicherheit und Selbstvertrauen

In allen Situationen gab sie mir Sicherheit – die Sicherheit auf mein Gefühl zu vertrauen, auf meinen Körper zu vertrauen und die Schwangerschaft nicht als Aneinanderreihung medizinischer Maßnahmen und Tests zu sehen, sondern das Heranwachsen zweier Menschen. Wir hatten großes Glück. Glück, dass die Schwangerschaft gut verlief, die Zwillinge gesund und munter zur Welt kamen. Ich bin mir sicher, auch wenn dem nicht so gewesen wäre, wäre sie an meiner Seite gewesen.

Als die Kinder 3 Monate alt waren, habe ich kurzer Hand beim Floristen meines Vertrauens einen großen Strauß binden lassen. Mit diesem Strauß und einem Glas von Opa’s Honig stand ich dann vor ihrer Eingangstür zur Praxis und habe mich gefreut, weil ich gesehen habe, wie sehr sie sich über diese Geste gefreut hat. So einen schönen Strauß, habe sie noch nie bekommen, sagte sie. Noch Monate später schwärmte sie von dem köstlichen Honig – ein toller Moment, den ich wohl nie vergessen werden.

Heute, 14 Monate nach der Geburt, fehlt sie mir oft. Mir fehlen die Gespräche, die Besuche, der warmherzige Umgang, ihre Lebenserfahrung, ihr Rat, ihr Pragmatismus und ihre beruhigende Wirkung auf die Kinder.

Die Politik muss einlenken – Hebammen werden gebraucht!

Ich hoffe sehr, dass es seitens der Politik noch ein Einlenken gibt. Hebammen werden gebraucht! Bis dahin: Schenkt eurer Hebamme Blumen, zeigt ihr, welch tollen Job sie macht und wie wichtig sie ist. Sie hat es verdient! Oder macht transparent, welchen großen Bedarf an Hebammen es tatsächlich gibt, erzählt eure Geschichte unter #ohneHebamme.